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…sie erwähnte also den Titel des Buches, das sie sich bestellt hatte. Der Verkäufer versuchte natürlich das Gespräch auf der lockeren Basis der Begrüßung aufleben zu lassen. Aber die junge Frau lächelte nur ihr emotionsloses Lächeln. Ihr Lächeln des Bedauerns. Das Lächeln, welches sie immer im Zusammenhang mit der Unbedarftheit der „Einfachen“ (was sie wohl zweifelsohne alle waren, oder nicht?) lächelte. Sie lächelte es wie in allen anderen Fällen -so wie sie es auch in Zukunft weiter machen wird- einfach nur in sich hinein. Nach außen hin, zeigte sie keine Regung. Auch kein Lächeln. Eine dezente Unsicherheit überkam den Verkäufer.
Und plötzlich –ohne sich auch nur eine geringe äußerliche Änderung anmerken zu lassen- griff die junge Frau nach der Hand des Händlers. Sie ergriff sie fest und unerwartet. Ein Griff, der in seiner Festigkeit dem Knoten eines Taus gleichkam, welches ein kleines Ruderboot an dessen hölzernen Steg fesselte. Sie zerrte den nichts ahnenden Mann aus dem Bücherladen, hinaus auf die Straße. Das Boot schaukelte auf den Wellen, der Knoten jedoch –fest und solide- hielt stand.
Als sie draußen ankamen ließ sie die Hand sachte los, denn sie wusste, dass der Buchhändler nicht fliehen konnte. Dass er es nicht gewagt hätte. Denn dort draußen tat sich ihm ein Anblick auf, der so unwirklich und unmöglich war, dass es ihm die Sprache und den Atem verschlug.
Keine Farben…alles und ein jeder in ein tristes Grau gehüllt. Jeder? Es gab niemanden. Nur die beiden. Grau. Alleine auf der Straße. Grau. Kein Leben? Grau. Sie standen in dieser durchdringenden (grauen) Einsamkeit vor dem Bücherladen.
Der Buchhändler starrte beängstigt auf das Gebäude, dann –den Unterkiefer immer noch in Ungläubigkeit und Verblüfftheit heruntergeklappt- zu der jungen Frau. Diese lächelte. Sie tat dies schon die ganze Zeit. Aber erst jetzt, hier draußen (Grau) nahm der Verkäufer das wahr. Das Lächeln –nichts Böses verheißend, leicht, nichts Anmaßendes an sich- brachte dem Händler einen Schauer ein. Er öffnete den Mund um etwas zu sagen. Es erklang kein Ton. Nichts. Die Worte, deren Bedeutung zu gering war, hatten nicht genug Gewicht um hier zu ertönen. Die junge Frau lächelte weiter. Dem Verkäufer war anzusehen, dass die Angst, welche er nun empfand, bei längerem Andauern der Situation, sich schnell in Panik wandeln würde. Dies zu erkennen, hatte die junge Frau über all’ die Jahre gelernt. Es trainiert, um es in der richtigen Situation auch passend anwenden zu können. Und dies tat sie nun auch. Im letzten Moment richtig handeln.
Die Farbenpracht in dem Bücherladen war beeindruckend. Die junge Frau begann zu lächeln. Es war dem Verkäufer möglich, dieses Lächeln zu sehen. Dieses Mal war es vorhanden, wenn auch nicht real. Das Unbehagen des Händlers löste sich in Wohlgefallen auf. Er lächelte nun ebenfalls wieder. Er wusste nicht, was mit ihm geschehen war. Er ahnte nichts von diesem anderen Ort. Es gesellte sich zu ihm nur ein vages Gefühl von Erleichterung. Die paradoxe Erleichterung, niemals einen Ort besucht zu haben, der nicht existiert. Die beiden unterhielten sich noch ein wenig über das Buch, die junge Frau zahlte und anschließend verließ sie mit dem neu erworbenen Buch den Laden. Der Buchhändler ging wieder fröhlich seiner Arbeit nach und die junge Frau ging ihres Weges. Wissend lächelte sie wieder. Aber niemand konnte es sehen…
 


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Hallöchen^^

Heute möchte ich euch gerne eine sehr traurige Geschichte über ein vierjähriges Kind ans Herz legen. Nämlich über mein früheres „ich“ !
Begonnen hat meine Spielerkarriere wohl bereits im Mutterleib. Dort hatte es sich nämlich laut verlässlichen Quellen zugetragen, dass meine Mutter in den Wehen lag, während mein Vater sich an einem Spielautomaten erfreute. Als sie ihn zum dritten Mal mit Nachdruck darauf hingewiesen hatte, dass „es nun wirklich an der Zeit wäre ins Krankenhaus zu fahren", hat er in einer Geste aus unglaublicher Güte und Nächstenliebe heraus seine Freispiele an jemanden verschenkt, den er nicht einmal kannte.
*sich aus Bewunderung über eine solche Tat eine Träne aus dem Augenwinkel wischt*
Nach sicherlich nicht weniger bewundernswerten Strapazen seitens meiner Mutter und der Geburt eines liebreizenden und hinreißenden Lebewesens, springen wir einfach einmal vier Jahre in die Zukunft.
In dieser Zeit hatte ich meine ersten aktiven Kontakte mit Videospielen.
Wir hatten damals ein Telespiel zu Hause...
Ein Telespiel! images/smilies/ugly.gif
Zumindest nannten es meine Eltern so images/smilies/m-rolleyes.gif
Mit meiner Frühreife gesegnet habe ich mich natürlich sofort in diesen wunderschönen Namen und das sich dahinter verborgene Wunder der Technik verliebt. Hätte ich damals schon gewusst, dass es in Wirklichkeit „Philips G7000“ heißt, hätte wohl ein wenig die Romantik darunter gelitten. Zum Glück habe ich dies erst später recherchiert. Außerdem kommt es ja bekanntlich auf die inneren Werte an images/smilies/SC19.gif
Wie oft ich tatsächlich damit spielen durfte weiß ich nicht. Gefühlt würde ich sagen…viel zu selten!
Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich ständig meiner Mutter mit dem Satz „Aber heute darf ich vielleicht wieder damit spielen, ja?“ in den Ohren lag. Und ihre ständige und immerwährende Antwort (Gott, muss sie eine Geduld mit sich gebracht haben...) lautete nur schlicht: „Ja, wir sehen mal. Vielleicht…“
Ich kannte die Wahrheit damals nicht. Und das war gut so. Auch als ich es als erwachsener Mensch vernehmen musste, konnte ich meinen Ohren nicht trauen.
Es musste sich an einem nicht genauer definierten, gewiss aber sonnigen Frühlingstag zugetragen haben, an dem ich mich nichtsahnend mit meinem „normalen“ Kinderspielzeug beschäftigt hatte. Um genauer zu sein habe ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach im Garten vergnügt. Es handelte sich um den Stichtag eines Umzugs. Meine Eltern packten Kartons und Kisten, während ich mich draußen auf der Schaukel austobte. Mein Vater bearbeitete gerade das Kinderzimmer und „mistete“ Stofftiere aus, die seiner Meinung nach schon lange nicht mehr benutzt wurden, schmutzig oder beschädigt waren, etc.. Kurzum alle Tierchen, die meiner Mutter irgendwie wichtig oder ans Herz gewachsen waren. Sie dachte dabei anfangs noch, dass es sich hierbei um ein Versehen meines Vaters handelte. So wurden die Kuscheltiere wieder aus dem Müllsack, den mein Vater vollgestopft vor die Haustüre gestellt hat, ausgegraben und über das Kinderzimmerfenster hinein in die Wohnung befördert. Nachdem mein Vater sich darüber gewundert hatte, dass er diesen einen Teddybären doch sicherlich schon zweimal eingepackt hatte, veränderte er an seiner Vorgehensweise…nichts. Er packte weiterhin alle ihm unwichtig erscheinenden Tiere mit einer schier unerschütterlichen Überzeugung in den Müllsack. Meine Mutter muss ziemlich wütend gewesen sein. Wenn sie heute über dieses Ereignis erzählt, so zitiert sie sich selbst mit den Worten: „Na warte…“
Kurzerhand schnappte sie sich das Telespiel und wartete…
Und dann kam er. Ihr nichtsahnender, unwissender und sicherlich unverhoffter Mittäter. Ein augenscheinlich netter Junge spazierte fröhlich des Weges entlang und starrte meine Mutter mit weit aufgerissenen Augen an.

Moment...

Ich habe euch die wichtigen und grausamen 10 Sekunden unterschlagen.

Nochmal.

Ein augenscheinlich netter Junge spazierte fröhlich des Weges entlang. Meine Mutter fragte ihn: „Möchtest du ein Telespiel haben?“
Sie reichte ihm die Konsole im Originalkarton.
Der Junge wunderte sich: „Ich?“
Meine Mutter: „Ja, ich schenke es dir!“
Junge: „…warum?“
Mutter: „ Wir ziehen um und spielen nicht mehr damit.“
Der Junge starrte meine Mutter mit weit aufgerissenen Augen an.
Natürlich nahm er das Gerät freudig in Empfang und ward seitdem nicht mehr gesehen.

Mein Vater hat von alledem nichts mitbekommen und scheinbar auch erst Jahre später davon erfahren. Noch viel später und nur durch einen Zufall bedingt kam mir selbst die Geschichte zu Ohren. Im Augenblick dieser Offenbarung wusste ich nicht welche Reaktion die richtige auf das eben Erzählte sei. Ich könnte mich im Nachhinein nicht einmal daran erinnern, ob ich überhaupt zu irgendeiner menschlichen Emotion im Stande gewesen war.
Ob ich ihr das verziehen habe? Natürlich! Ob ich mich einmal deshalb an ihr rächen werde? „Ja, wir sehen mal. Vielleicht…“ images/smilies/j-devil.gif

 

Danke für’s Lesen

Sierra
 


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Hallöchen^^

 

Für alle die es interessiert, schreibe ich hier einmal mehr zu meiner Person nieder.

 

Angefangen hat alles mit dem Philips C7000 meines Vaters. Ich war zarte 4 Jahre alt und habe beispielsweise die Titel Crazy Chase und Alien Invaders geliebt und verschlungen.

Als ich dramatischerweise bis auf wenige Besuche mit meinen Eltern in einer Arcade-Halle (ich kann mich an ein uraltes Rampage-Spiel erinnern) auf Zwangsentzug gesetzt wurde, brach das Videospielfieber 3 Jahre später endgültig durch und ich bekam zu meinem 7. Geburtstag einen Nintendo Game Boy. Die Marketing-Abteilung von Nintendo hat damals ganze Arbeit geleistet und mit einem Werbespot mein kleines unschuldiges Gehirn manipuliert und auf „kaufen!“ getrimmt: Super Mario Land. Dies war dann auch mein erstes eigenes Spiel. Ein Rätsel war mir der erste Endboss -eine Spinx- in World 1-3. Immer wieder habe ich versucht mich mit der Superball-Blume bewaffnet bis ans Ende der Stage zu kämpfen. Immer wieder wurde ich getroffen und habe den Superball-Effekt verloren. Ich war ratlos weil ich nicht wusste wie ich den Boss besiegen sollte. Meine Mutter hat das alles mitbekommen und mich gefragt, ob sie es auch einmal probieren darf. Obwohl ich ihr gefühlte zwanzigmal davon abgeraten habe den Game Boy in die Hand zu nehmen und ihrer unweigerlichen Niederlage gegen ein gnadenloses Programm entgegen zu steuern, tat sie es dennoch. Skeptischen Blickes sah ich ihr über die Schulter und traute meinen Augen nicht. Sie lief einfach unter dem Boss hindurch als dieser zum Sprung ansetzte. Sie besiegte den Endboss ohne einen einzigen Schuss abzugeben. Diese Pazifistin! Meinem Vater wurde Super Mario Land schnell zu langweilig und er fragte ob es das einzige Spiel sei, welches auf dem Gerät läuft. Ich habe ihm erklärt, dass man die Module wechseln kann und dem Game Boy noch ein ziemlich langweiliges Spiel beilag. Als er dann besagtes Spiel in die Finger bekam, sah ich meinen Game Boy immer seltener. Jedoch war es wieder meine Mutter, die den ersten High-Score aufstellte: „Guckt mal, da fliegt eine Rakete!“ rief sie „Mama…es gibt keine Raketen in Tetris…“ gab ich augenrollend zurück. Ich war ja so unwissend…

 

Das NES habe ich mir nie geholt aber regelmäßig bei einem Kumpel gezockt. Super Mario Bros. 1-3, dieses hauseigene Soccer-Spiel mit den verschiedenen Rasen-Arten (super!) und den unterschiedlichen Power-Shots (genial!), Gauntlet und einige andere Spiele mehr haben mich damals sehr häufig und sehr lange in das traute Heim meines Schulkameraden gelockt. Irgendwann hat sein Cousin mir mein Game Boy Tetris-Modul nicht wieder gegeben. Leider war sein Cousin sehr groß. Und noch viel stärker… Seitdem habe ich meinen Kumpel nur noch in der Schule gesehen, bis sich auch dort unsere Wege getrennt haben. Das war jedoch nicht weiter schlimm. Schließlich fand ein Game Boy Spiel seinen Weg in die Händlerregale und letztendlich zu mir nach Hause, das zum ersten Mal richtige Emotionen in mir auslöste: Mystic Quest. Ich habe meine Liebe zu Rollenspielen (auch wenn es nur ein Action-RPG war) entdeckt! Das Erkunden, das mittelalterliche Setting, die Magie, die Monster, einfach alles an diesem game war wunderschön. Voller Tatendrang und Euphorie kämpfte ich mich bis in die Gemäuer von Lee’s Anwesen vor. Dort wurde mein Heldentrip jedoch jäh unterbrochen. Es ging nicht weiter! Ich habe alles durchsucht, jeden Gegner getötet, jeden Raum unter die Lupe genommen und sogar die bis dahin zugänglichen Abschnitte der Weltkarte erneut besucht. Ich habe mit jedem Dorfbewohner noch einmal gesprochen und keinen Stein auf dem anderen gelassen. Nach sehr vielen (auf mehrere Tage verteilte) Stunden war ich mir sicher, dass ein Fehler im Programmcode vorlag. Ich startete also einen neuen Spielstand und an gleicher Stelle passierte Gleiches wieder. Es ging nicht weiter! Ganz nach dem Kübler-Ross-Modell war ich erst völlig perplex und konnte mir nicht vorstellen, dass ein unfertig programmiertes Spiel auf den Markt kommt (denial). Anschließend war ich wütend weil ich Geld für so einen Schrott ausgegeben habe und warf die Spielehülle durch die Gegend (anger). „Es muss doch eine Lösung geben! Ich bin doch nicht der einzige, dem das auffällt, oder?“, dachte ich mir (bargaining). Weinend (kein Witz!) nahm ich die Spielanleitung in die Hand um wenigstens über das Spiel -welches ich so sehr anhimmelte- etwas zu lesen (depression). Da stand er. Der allesauflösende Spielhinweis. Mit einer Spitzhacke lassen sich Wände einreißen. Ich habe sofort erneut meinen Spielstand geladen und eine solche Wand gefunden. Ich konnte weiterspielen! Die Lösung war so einfach… Ich war so dumm (acceptance).

 

Kurze Zeit später bekam ein anderer meiner Freunde ein SNES geschenkt. Dass sich die Anzahl der Besuche meinerseits drastisch erhöhten war wohl selbstverständlich. Super Mario Kart und Mortal Kombat wurden dabei am häufigsten von uns beiden gezockt. Das Problem an der ganzen Sache war, dass mein Kumpel ein schlechter Verlierer war und jedes Mal in der finalen Runde von Super Mario Kart oder dem „Finish Him/Her Bildschirm von Mortal Kombat (sofern diese Ereignisse zu meinen Gunsten waren), das Kabel meines Controllers aus dem Port gezogen hat… So ein Arsch! (sorry!) So hat es sich unter anderem ergeben, dass ich mir selbst ein (von meinem Vater teilfinanziertes) SNES zulegte. Mein erstes Spiel damals war Mega Man X. Die Grafik hat mich umgehauen und der Sprung von Mega Man 1&2, welche ich für den Game Boy besaß, war atemberaubend. Nach und nach hat sich immer mehr abgezeichnet, dass mich Single-Player-Games mehr faszinieren, als es Titel machen, die man mit mehreren Spielern „genießen“ kann. Ein Secret of Mana hatte zwar einen bahnbrechenden 3-Spieler Modus, dieser hat mich aber beim Eintauchen in die Fantasy-Welt eher gestört als alles andere. Ein Bomberman hat zwar zwischendurch Spaß gemacht aber bei weitem nicht so eine Faszination wie Lufia, Terranigma (mein all-time-favourite) oder Soul Blazer hervorgerufen. Der Großteil der Titel, die ich hier aufzählen könnte, wären ohnehin RPG’s. Als einer meiner damaligen Kumpels dann mit den amerikanischen Modulen von Final Fantasy VI (FF III in den westlichen Gefilden) und Chrono Trigger ankam, war ich gänzlich in die Japano-Rollenspiele verliebt. Diese sind bis heute noch ein Teil meiner Lieblings-Genres.

 

Nach der Nintendo-Zeit begann das Zocken „cool“ zu werden und eine PlayStation musste her. Meine drei Starttitel waren der Director’s Cut von Resident Evil, Final Fantasy VII und Worms. Letzteres diente dazu, hauptsächlich Multiplayer-Partien mit meinem Vater zu absolvieren. Die Atmosphäre von Resident Evil und die Komplexität von FF VII hingegen haben mir immer wieder klargemacht, wo meine Bestimmung liegt. Nämlich bei den Einzelspieler-Erlebnissen. Meine Lieblingsspiele aus der PlayStation Ära aufzuzählen würde wahrscheinlich den Rahmen dieses Blogs sprengen. Schließlich hat sich meine (PSX-)Sammlung bis heute auf über 100 Spiele erweitert. Einige davon habe ich im Nachhinein und erst vor relativ kurzer Zeit erstanden. Zum Beispiel die UK-Version von Metal Gear Solid (unglaublich schlechte deutsche Synchro der deutschen Fassung) und Final Fantasy VII (unglaublich viele Übersetzungsfehler in der deutschen Version). Die Highlights hierbei waren sicherlich die Arc the Lad Collection, Parasite Eve und Metal Gear Solid. Und die Final Fantasy Reihe. Und die Resident Evil Reihe. Und die Legacy of Kain Titel. Und… Ihr seht schon in welche Richtung sich das hier bewegt. Also weiter zum nächsten Abschnitt.

 

Die nächste Konsole, die ich mein Eigen nennen durfte, war die PlayStation 2. Die wohl beste Investition meines bisherigen Lebens. Das Release Datum werde ich nie vergessen: Der 24.November 2000. Ein geschichtsträchtiges Datum. Ursprünglich sollte die PS2 ja exakt einen Tag vor meinem Geburtstag erscheinen. Die Verschiebung um einen knappen Monat war aber ebenso amüsant wie ironisch. Am 24. November fand der Abschlussball meiner Realschule statt. Als unser Klassenleiter damals ankündigte, dass der Ball an besagtem Datum abgehalten wird, musste ich lachen und habe verkündet, dass ich an diesem Tag keine Zeit habe und nicht daran teilnehmen werde. Verwundert fragte er mich, was an diesem Tag denn für ein wichtigeres Ereignis stattfinden könnte. Als ich ihm entgegnete, dass es sich um den Release der PlayStation 2 handelt, habe ich mir das Gelächter meiner Klassenkameraden eingehandelt. Gelacht habe letzten Endes ich. Und zwar am 24. November 2000.

 

Nachdem ich die vorbestellte Wundermaschine bei mir zu Hause ausgiebig mit Tekken Tag Tournament angetestet habe, verließ ich mit einem breiten Grinsen mein zu Hause und machte mich auf den Weg zum Veranstaltungsort des Abschlussballs. Es war abends und der Mond erhellte bereits die Szenerie. Die Jungs sahen ungewohnt gepflegt in ihren Anzügen aus. Die Mädels hatten schicke Kleider getragen und aus dem gemieteten Ballsaal drang sanft die Musik, die die tanzenden Pärchen auf dem Parkett begleitete. Zufällig stand mein bester Kumpel am Eingang und grinste mich breit an. Er fragte mich:

 

„Und?...Wie ist sie?“

 

„Total geil!“ konnte ich mir grinsend nicht verkneifen.

 

Ich habe noch eine halbe Ewigkeit über die Grafikpower, die geschmeidigen Bewegungen der Kämpfer (was waren die hölzern, lol) und die Top Games der Demo One geschwärmt. Und habe ich die Grafik schon erwähnt? Genial! Das nächste Highlight war zu Weihnachten 2000 Timesplitters. Dieses Spiel und seine Nachfolger haben mich und meinen Vater unzählige Stunden vor den Fernseher gefesselt. Wir haben hunderte von Deathmatches gezockt und die beiden Controller, die wir dafür benutzt haben, liegen heute noch in ihrer malträtierten Form in einer Schublade irgendwo herum. Was hatten wir für einen Spaß! Ich habe viele glückliche Jahre und sehr viele Spiele mit der PlayStation 2 erlebt. Natürlich war ich auch mit meinen damaligen Freundinnen und Freunden unterwegs. Natürlich haben wir die eine oder andere Privat-Party oder Disco unsicher gemacht. Aber letzten Endes war es immer nur das Verlangen nach dem Zocken, das mich wirklich befriedigen konnte. Auch wenn die Party-Stimmung noch so hoch war…ich wollte meine Burnout 2 Rekorde verbessern. Auch wenn ich noch so stark alkoholisiert nach Hause torkelte…ich wollte noch in ein paar Runden SOCOM 2 U.S. Navy Seals als MVP hervorgehen…

 

Meine nächste Konsole war die Xbox. Ich habe sie mir ebenfalls zum Launch geholt und war zwar von Dead or Alive 3 (und seinen jetzt tatsächlich geschmeidigen Bewegungen) begeistert, konnte aber den faden Nachgeschmack einer Fehlinvestition nicht loswerden. Auch die Online-Partien von Unreal Championship oder die Exklusivität von Ninja Gaiden konnten über dieses Gefühl nicht hinwegtäuschen.

 

Den Nintendo Game Cube habe ich mir am Release-Tag des Remakes von Resident Evil geholt. Das und die damaligen Exklusivrechte an Resident Evil 4 haben mich dazu bewegt, mir den Würfel in mein Zimmer zu stellen. Ich habe mir zwar nicht viele Spiele für diese Nintendo Konsole geholt, einige Highlights waren aber dennoch dabei: Eternal Darkness, Mega Man (X) Anniversary Collection, The Legend of Zelda: Collector’s Edition und natürlich noch einmal alle Resident Evil Teile. Zur damaligen Zeit habe ich auch wie in Trance bei Metal Gear Solid: The Twin Snakes zugegriffen und es mittlerweile ca. zwanzigmal durchgespielt. Inzwischen spiele ich aber wieder lieber das unverfälschte Original. Selbst die wesentlich bessere Grafik eines The Twin Snakes kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die neu gedrehten Zwischensequenzen viel zu actionlastig und übertrieben in Szene gesetzt sind.

 

Neben einem Game Boy Advance, den ich mir wegen einiger schicker 16-bit Retro-RPG’s besorgt habe besaß ich noch einen Nintendo DS und eine PlayStationPortable. Die beiden letzteren Handhelds habe ich bei der „Gütertrennung“ meiner damals in die Brüche gehenden Beziehung eingebüßt, war aber aufgrund der wenigen Top-Titel nicht traurig über die Entwicklung. Zumindest bei der PSP. Den Nintendo DS habe ich mir später noch einmal gekauft -wieder wegen der JRPG’s.

 

Den zweiten großen Fehlkauf (zumindest zum Launch und bis zum Release von Metal Gear Solid 4) erlebte ich mit der PlayStation 3. Ich wollte unbedingt wieder das gleiche Gefühl wie damals bei der PlayStation 2 erleben. Das Gerät hat mich jedoch weder überzeugt noch konnte es an alte Traditionen anknüpfen. Das Launch Line-up war sehr mager und das Gratisspiel, das die Erstkäufer damals zum Erwerb der Konsole bekamen, liegt heute noch unangespielt im Schrank. Wie bereits erwähnt waren die 600,- € gefühlt zum Fenster hinausgeworfen und ich habe alleine aufgrund des großartigen Vorgängermodells und dem blinden Vertrauen zu Sony zugegriffen. Das Blatt wendete sich jedoch mit dem angesprochenen MGS4. Vom Zeitpunkt des ersten Rotierens im Laufwerk an (na gut, erst NACH des ewigen Installationsvorgangs…) war die PS3 jeden gezahlten Cent wert. Das schicke Ni No Kuni verhilft dem unschicken, schwarzen Kasten ebenfalls zu einer absoluten Existenzberechtigung. Bis diese beiden Perlen aber erschienen, musste zwangsläufig eine andere Konsole her.

 

Aufgrund der exklusiven Games des Final Fantasy-Schöpfers Hironobu Sakaguchi gesellte sich dann die Xbox360 zu den anderen Geräten. Ursprünglich nur wegen der Flaute an Rollenspielen für Sony’s Flaggschiff gedacht, mauserte sich die Xbox360 zur (was Spiele betrifft) am besten bedachtesten Konsole der aktuellen Gen in meiner Sammlung. Auf dieser habe ich dann auch die Call of Duty-Reihe kennen und lieben gelernt. Aber nur die ungeraden Zahlen der Ableger, denn mit den Spielen von Treyarch werde ich bis heute nicht warm...

 

Anfang dieses Jahres habe ich mir dann letztendlich doch noch eine Wii geholt. Leider gab es nur noch die Mini-Versionen und ich musste somit die Abwärtskompatibilität für die Game Cube Spiele einbüßen. Für die kleine Nintendo-Konsole habe ich mir bereits viele must-haves nachgekauft, die es mittlerweile gibt. Mit an Bord sind natürlich Mario, Link und Samus. Aber auch diverse andere Exklusivtitel haben es in meine Sammlung geschafft.

 

Von der aktuellen current-gen bin ich leider immer noch nicht angetan und werde es in absehbarer Zeit auch nicht sein. Die PS4 kommt entweder zum Diablo mit RoS-release oder beim Erscheinen von Metal Gear Solid: Phantom Pain ins Haus. Ob es überhaupt eine Xbox One wird, wage ich mal zu bezweifeln. Die meisten Chancen hat momentan die Wii U mit dem Erscheinen von Mario Kart 8. Mal sehen ob sich die Vorfreude bis Ende Mai noch hält. Falls mich gar nichts anspricht, habe ich mir einen Sicherheitsvorrat an PS2-Konsolen zugelegt. Das sollte für die nächsten Jahre reichen images/smilies/m-wink.gif

 

Auch im PC-Sektor bin ich spieletechnisch sporadisch unterwegs, komme aber bei weitem nicht an die Auslastung meiner Konsolen heran. Hierfür unterscheiden sich Technik und Architektur (zumindest bis einschließlich der PS2) zu sehr von meinen Wurzeln und den Spielen die mich „groß gemacht“ haben.

 

 

Das war's vorerst von mir, vielen Dank für die Aufmerksamkeit!


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